Ettendorfer Tunnel in Traunstein

Der 725 m lange Ettendorfer Tunnel war das schwierigste und teuerste Einzelbauwerk der Umfahrung Traunstein, da er in einem geologisch und bautechnisch sehr anspruchsvollen Endmoränenbereich aufzufahren war, in dem von feinkörnigen, sandigen Böden über lockere Kiesformationen bis hin zu einem rd. 20 Tonnen schweren Felsbrocken alle Gesteinsarten vorkamen.

Zwischen dem Südportal und der Hochkreuzstraße in Hallabruck wurde der Tunnel auf rd. 130 m in bergmännischer Bauweise aufgefahren. Daran schließt sich bis zum Veitsgraben ein rd. 220 m langer Bereich an, der in offener Bauweise errichtet wurde.

Nach Unterquerung der Gartenstraße mit unmittelbar angrenzenden Wohnhäuser musste die Bahnlinie München-Salzburg unterfahren werden. Hier war eine weitere bautechnische Herausforderung zu meistern, da dort die Überdeckung zwischen Tunnel und Gleisbett nur 3m beträgt. Um etwaige Setzungen zu minimieren, musste ein 3-reihiger Rohrschirm als zusätzliche Sicherungsmaßnahme erstellt werden. Weiter wurde der Gleisrost der Bahnlinie verstärkt und dessen Höhenlage rund um die Uhr durch ein automatisiertes Messsystem überwacht, um den dichten Zugverkehr auf dieser Hauptbahnlinie sicherzustellen. Nach Unterquerung der Bahnlinie wurde der rd. 360 m lange Abschnitt bis zum nördlichen Tunnelportal wieder bergmännisch aufgefahren.

Für die bestmögliche Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wurde im Ettendorfer Tunnel eine Ausstattung nach dem geltenden Stand der Technik entsprechend der Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln installiert.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern

B304
83278 Traunstein
Deutschland
47° 52' 18.0336" N, 12° 39' 22.2768" E
Bauherr: 
Staatliches Bauamt Traunstein, 83278 Traunstein
Architekt: 
Bernd Gebauer Ingenieur GmbH, 80687 München
Daten: 
Unsere Leistungen:
Prüfung


Team: 
Dr. Walthari Fuchs, Dipl.-Ing. (FH) Thomas Schiffel-Haupt