Bauvorschriften und Regelwerke

Komplexes Spannungsfeld

Die in der Praxis tätigen Ingenieure und Bauschaffenden arbeiten und wirken in einem sehr komplexen Spannungsfeld. Dieses erstreckt sich von Rahmengesetzen wie dem Baugesetzbuch (BauGB) über länderspezifische Bauordnungen (z.B. BayBO) und eine Vielzahl von produkt- und bauartspezifischer Normen bis hin zur Einholung einer Zustimmung im Einzelfall beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) für den konkreten Anwendungsfall. Egal ob Gebäudeplanung, Tragwerksplanung, baustatische Prüfung oder Ausschreibung und Mitwirkung bei der Vergabe: Immer sind Unmengen an Gesetzen, Vorschriften, Regelwerken, Normen, Zulassungen, Rundschreiben, Merkblätter, Erläuterungen und Auslegungen zu beachten, die von allen Bauschaffenden sachkundig umgesetzt werden müssen. Dies betrifft sowohl bautechnische als auch kaufmännische und wirtschaftliche Aspekte.

 

Die Rolle des Planers
Insbesondere planende Ingenieure und Architekten sehen sich mit einer schier unüberschaubaren Vielzahl von Regelwerken konfrontiert und müssen mit Sachverstand, Erfahrung und gesundem Menschenverstand Sachverhalte bewerten, abwägen und umsetzen, um so für den Bauherrn eine optimale Lösung unter Beachtung aller Randbedingungen zu erzielen.

 

Neue Normengeneration
Nicht zuletzt aufgrund der derzeitig stattfindenden und wohl noch einige Jahre andauernden Umstellung der DIN-Normen auf die „neue Normengeneration“ und die europäische Normung (Eurocodes) werden die Anforderungen an den planenden Ingenieur und Architekten noch verschärft. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Beschäftigung mit den neuen Regelwerken, auch bereits vor ihrer bauaufsichtlichen Einführung oder dem Ende einer Übergangsfrist. Schließlich findet sich in den neuen Normen auch der neueste Stand der Technik wider, der nicht ignoriert werden kann und darf (aktuelles Beispiel: Novelle der DIN 1055-5: Schnee- und Eislasten). Aufgrund dessen hat sich unser Unternehmen zum Ziel gesetzt, sich mit Neuerungen in den Regelwerken so früh wie möglich auseinanderzusetzen. Dieser Grundsatz wird von all unseren Mitarbeitern gelebt

 

Ausgewählte Regelwerke
Neben zahlreichen zivil- und privatrechtlichen Vorschriften möchten wir auf folgende exemplarisch ausgewählte Regelwerke aus allen Bereichen des Bauens hinweisen, die das Spannungsfeld eines in der Praxis tätigen Ingenieurs kennzeichnen:

  • Baugesetze: Baugesetzbuch (BauGB), Baunutzungsverordnung, Bayerische Bauordnung (BayBO),...
  • Rundschreiben des bayerischen Innenministeriums mit Gesetzescharakter: barrierefreies Bauen, Mobilfunkanlagen,...
  • Vorschriften zur Kostenermittlung und Kalkulation (DIN 276,...)
  • Örtliche Flächennutzungs- und Bebauungspläne
  • Belange des Denkmalschutzes
  • Produktnormen für Bauprodukte (DIN 1045-2 / DIN EN 206, DIN 105, DIN 488, DIN 1025, DIN 18551...)
  • Normen für Lastannahmen (DIN 1055, DIN Fachbericht 101)
  • Normen den Baugrund und die Gründung betreffend (z.B. DIN 1054, DIN 4014, DIN 4026,...)
  • Bemessungsnormen für verschiedene Konstruktionswerkstoffe (z.B. DIN 1052, DIN 1045-1, DIN 18800, DIN Fachberichte...)
  • Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Bauwerke im Zuständigkeitsbereich des Bundesverkehrsministeriums (ZTV-Ing, ZTV-Riss,...)
  • Brand-, Wärme- und Schallschutzvorschriften (z.B. DIN 4102, DIN 4108, DIN 4109, EnEV, Immissionsschutzgesetz,...)
  • Zusätzliche privatrechtliche Richtlinien
    • z.B. Richtlinien des Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb): Betoninstandsetzung, Betonbauteile im Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, WU-Bauteile,...
    • Merkblätter des Deutschen Beton- und Bautechnikvereins (DBV): Sichtbeton, Unterwasserbetonsohlen,...
    • ...
  • Produktspezifische Zulassungen vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) für Bauprodukte
  • Sondervorschriften für Fliegende Bauten (DIN 4112), Kranbahnen (DIN 4132), Gärfuttersilos (DIN 11622),...
  • Sonderregelungen der Deutschen Bahn AG und des Eisenbahnbundesamtes (EBA)
  • und viele, viele weitere...